Museum Koenig ist neuer "Ort des Fortschritts"

Das Bild zeigt den Eingang des Museums Koenig in Bonn, an dem jetzt die Plakette Ort des Fortschritts hängt.
Haben gemeinsam das Signet "Ort des Fortschritts" enthüllt: Prof. Jürgen Fohrmann, Rektor Universität Bonn, Dr. Gisela Helbig, Referatsleiterin "Globaler Wandel" des BMBF, Prof. Wolgang Wägele, Direktor ZFMK und Wissenschaftsministerin Svenja Schulze. (v.l.n.r.) (Foto: MIWF)

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze hat am 7. Oktober 2013 das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig, Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere (ZFMK), in Bonn als "Ort des Fortschritts" ausgezeichnet. Mit dem Projekt "German Barcode of Life" (GBOL) erstellt das Museum die erste umfassende genetische "Nationalbibliothek der Artenvielfalt". Diese Datenbank soll dabei helfen, die Auswirkungen des Artensterbens besser zu verstehen und entsprechende Gegenmaßnahmen zu entwickeln.

Artenvielfalt schützen

Wie verändert der Klimawandel die Naturlandschaft in Deutschland? Welche Arten überleben in unseren Naturschutzgebieten? Wie stellen wir fest, ob die zunehmende Verbauung der Landschaft das Überleben von Arten bedroht? Es ist zu befürchten, dass das Verschwinden tausender Arten verheerende Folgen für ganze Ökosysteme und letztlich den ganzen Planeten hat. Es fehlen jedoch die wissenschaftlichen Daten, um genauer vorhersagen zu können, was es bedeutet, wenn nachfolgende Generationen in einer Welt leben, in der sehr viele Arten für immer fehlen. "Nur wenn wir möglichst schnell verlässliche Daten zur Artenvielfalt haben, können wir die richtigen Maßnahmen ergreifen, um die Biodiversität zu schützen. Deshalb ist die Arbeit des Forschungsmuseums Koenig so wichtig", sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze in ihrem Grußwort.

Bürgerinnen und Bürger beteiligen

Nur die wissenschaftliche Expertise verschiedener Fachrichtungen sowie die Infrastruktur der unterschiedlichen Forschungseinrichtungen kann eine Inventur der Arten leisten. "Besonders faszinierend finde ich, dass selbst dieses große Netzwerk von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sich nicht etwa im Elfenbeinturm verschanzt, sondern Bürgerinnen und Bürger einlädt, ihren Beitrag zum Erfolg des Vorhabens zu leisten", so die Ministerin. Neben professionellen Taxonomen, Molekularbiologen und Biodiversitätsinformatikern ist das Projekt GBOL vor allem auch auf die Expertise von zahlreichen externen Artenkennern, die sich in ihrer Freizeit mit der Tier-, Pflanzen- oder Pilzwelt befassen, angewiesen. Diese Bündelung von Expertise setzt Synergien frei und ermöglicht es allen GBOL-Partnern gemeinsam einen aktiven Beitrag zur Biodiversitätserfassung in Deutschland zu leisten.