Stadt Bochum

Ministerin zeichnet Bochum für Klimaschutzkonzept als "Ort des Fortschritts" aus

Das Bild zeigt den Eingang des Deutschen Bergbau-Museums in Bochum mit dem Schachtgerüst im Hintergrund.
In Bochum werden stillgelegte Zechen heute nicht nur als Museum, sondern auch zur Energiegewinnung genutzt. (Foto: Stadt Bochum, Presse- und Informationsamt)

Wärme aus dem Grubenwasser ehemaliger Bergwerke ableiten, um damit Gebäude zu beheizen? Für das Ruhrgebiet mit seinen vielen stillgelegten Zechen scheint diese Art der Energiegewinnung eine spannende Zukunftsoption zu sein. Mancherorts wird sie sogar schon praktiziert.

Zum Beispiel in der Bochumer Hauptfeuerwache im Stadtteil Werne. Ganz in der Nähe verläuft der Schacht Arnold des ehemaligen Steinkohle-Bergwerks Robert Müser. Eine Wärmepumpe entzieht dort dem ca. 20 Grad warmen Grubenwasser, das aus dem Schacht gepumpt wird, die Energie und überträgt diese gemeinsam mit der eigenen Antriebsenergie per Leitungssystem in die Feuerwache sowie in zwei benachbarte Schulgebäude. Pro Jahr kann auf diese Weise der Ausstoß von rund 245 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

CO2-Ausstoß um 50 Prozent senken

Das Projekt "Wärme aus Grubenwasser" ist nur ein Baustein des Energie- und Klimaschutzkonzeptes, das die Stadt Bochum bereits im Jahr 2002 aufgestellt und 2009 fortgeschrieben hat. Ziel ist es, den CO2-Ausstoß bis 2030 um 50 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 zu senken. Für ihr zukunftsweisendes Engagement in Sachen Klimaschutz wurde die Kommune am 14. Februar 2014 von NRW-Wissenschaftsminisiterin Svenja Schulze als "Ort des Fortschritts" ausgezeichnet. Dabei betonte die Ministerin insbesondere den integrativen Ansatz des Konzeptes.

"Die Stadt Bochum hat frühzeitig erkannt, dass sie neben dem Strom- und Heizenergieverbrauch auch die Mobilitäts- und Verkehrsproblematik in den Blick nehmen muss", sagte Schulze. So betreibt Bochum heute etwa die zweitgrößte Hybridbusflotte in Deutschland. "In herausragender Art und Weise werden Fragen der Energieversorgung und des Klimaschutzes mit Ökonomie und Sozialem in zukunftsweisenden Umsetzungsstrategien zusammengeführt", so die Ministerin.

"Auszeichnung bestärkt uns"

Dr. Ottilie Scholz, Oberbürgermeisterin der Stadt Bochum, freute sich über die Auszeichnung. "Dies bestärkt uns bei unseren Aktivitäten im kommunalen Klimaschutz und ermutigt uns, dieses Engagement auch zukünftig fortzusetzen."

Als "Orte des Fortschritts" zeichnen das Wissenschaftsministerium und das Wirtschaftsministerium Einrichtungen aus, denen es in hervorragender Weise gelingt, im Rahmen ihrer Projekte ökonomische, ökologische, soziale und kulturelle Aspekte zu berücksichtigen und Lösungsbeiträge zu gesellschaftlichen Herausforderungen zu liefern.