RIN Kinder- und Jugendgesundheit durch erfolgreiches Präventionsmanagement

Gemeinsames Handeln für ein gesundes Aufwachsen

Das Foto zeigt einen Schnuller, ein Glas mit Apfelmus und einen klein geschnittenen Apfel.
Das RIN „Kinder- und Jugendgesundheit durch erfolgreiches Präventionsmanagement“ will möglichst vielen Kinder und Jugendlichen die gleichen Chancen auf Gesundheit geben. (Foto: Es75 / fotolia.com)

Immer mehr Kinder leiden an Diabetes oder anderen chronischen Erkrankungen. Entstehung und Ausprägung hängen von biologischen Voraussetzungen und sozialen Verhältnissen, von familiären Hintergründen und persönlichen Verhaltensweisen ab. Die Folgen können bis ins Erwachsenenalter hinein reichen und Gesundheit, Lebensqualität und soziale Teilhabe im weiteren Leben beeinträchtigen. Umso wichtiger ist es, dass alle mit dem Aufwachsen befasste Berufe aus dem Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesen zusammenwirken. Ärzte, Therapeuten, Erzieher, Lehrer, Sozialarbeiter, Vereinstrainer sind gefordert, um den Betroffenen ein möglichst uneingeschränktes Leben zu ermöglichen oder den Erkrankungen im Optimalfall vorzubeugen. Damit das gelingt, benötigen sie die Unterstützung von Akteuren aus dem Gesundheits- und Sozialwesen. Doch häufig hakt es am Austausch zwischen den verschiedenen Berufsgruppen. Hier setzt das Regionale Innovationsnetzwerk (RIN) „Kinder- und Jugendgesundheit durch erfolgreiches Präventionsmanagement“ an. Das RIN organisiert Initiativen und stößt Projekte an, um die Akteure aus dem Gesundheits- und Sozialwesen, aus Bildungseinrichtungen und Sportvereinen miteinander ins Gespräch zu bringen.

Chronische Erkrankungen erfordern Langzeitbetreuung und wirken sich auf die verschiedenen Lebensbereiche der Kinder und Jugendlichen aus. Das bedeutet, dass nicht nur die behandelnden Ärzte und Therapeuten, sondern auch beispielsweise Erzieher und Lehrer einbezogen sind und zumindest über für ihren Zuständigkeitsbereich relevantes Wissen verfügen müssen. Dies ist derzeit nur sporadisch der Fall. Eine der RIN-Arbeitsgruppen beschäftigt sich daher mit der Frage, wie sich das Wissen um Erfahrungen und Angebote verschiedener Einrichtungen bündeln und für alle Beteiligten gleichermaßen zugänglich machen lässt. Je mehr die Beschäftigten in Kindergärten, Schulen und Vereinen über eine Krankheit wissen, desto selbstverständlicher, kompetenter und entspannter können sie mit den Herausforderungen umgehen, die sich daraus ergeben.

Über das RIN „Kinder- und Jugendgesundheit“

  • Medizinische Probleme gehen häufig mit sozial und familiär bedingten Schwierigkeiten einher. Für die betroffenen Kinder und Jugendlichen kann eine Krankheitskarriere beginnen, die sich bis ins Alter zieht.

Über das RIN „Kinder- und Jugendgesundheit“

  • Das RIN agiert als dynamisches Netzwerk, das von den Ideen und Anregungen seiner Mitglieder lebt und aktuelle Trends in der Präventionslandschaft des Ruhrgebiets unbürokratisch aufgreift.

Über das RIN „Kinder- und Jugendgesundheit“

  • In der Aufbauphase des RIN haben eine Vielzahl an Sondierungsgesprächen mit Vertretern der Kinder- und Jugendgesundheit stattgefunden. Hinzu kamen Workshops mit Vertreterinnen und Vertretern aus Pädiatrie, öffentlichem Gesundheitsdienst, Jugendhilfe und sozialem Sektor.

Über das RIN „Kinder- und Jugendgesundheit“

  • Ein jährlich stattfindendes Forschungskolloquium des RIN dient dem Transfer zwischen Praxis und Wissenschaft und dem Austausch der Hochschulen im Ruhrgebiet.

Über das RIN „Kinder- und Jugendgesundheit“

  • Der jährliche Ruhrgebietskongress zur Kinder- und Jugendgesundheit greift die RIN-Themen regelmäßig auf und präsentiert sie einem breiten Fachpublikum. Zu den über 200 Besuchern des Kongresses zählen Fachleute aus Medizin und Gesundheitswesen, Gesundheitsförderung, kommunalen Einrichtungen, Jugendhilfe und sozialen Organisationen.

Ziel des RIN ist es, die Gesundheitsförderung und Prävention für Kinder und Jugendliche im Ruhrgebiet zu verbessern und innovative Lösungen zu entwickeln. Die wichtigsten Themenfelder sind das „präventive Fallmanagement bei chronischen Erkrankungen“ und „Kindeswohl und Kinderschutz“. Dafür hat MedEcon Ruhr in Expertengesprächen und Workshops zunächst den Ist-Zustand ermittelt, an die die weiteren Vernetzungsarbeiten anknüpften. 

Präventionsangebote kommen häufig nicht an

Zur Sprache kam dabei insbesondere das so genannte Präventionsdilemma. Die Praxis zeigt, dass Präventionsmaßnahmen wie Bewegungs- und Ernährungsangebote diejenigen nicht erreichen, die sie eigentlich am dringendsten benötigen. Von den Angeboten profitieren Familien, die im positiven Sinne keinen Bedarf haben. Bedürftige Familien hingegen nehmen die Möglichkeiten nur selten wahr. Die Angebote sind meist nicht niederschwellig genug. Einen Lösungsansatz sehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gesprächsrunden darin, den Kontakt über Kitas, Schulen, Vereine oder Quartiere zu suchen.

Interessant sind in diesem RIN insbesondere die unterschiedlichen Herangehensweisen der verschiedenen Berufsgruppen in den Gesprächen und Workshops. Dies liegt sowohl an den unterschiedlichen Arbeitsweisen, am jeweiligen Praxisalltag wie auch an den unterschiedlichen Selbst- und Präventionsverständnissen der Akteure.

Ziel ist es, durch die Arbeit des RIN die Berufsgruppen dabei zu unterstützen, sich einander thematisch und operativ anzunähern. Dabei geht es um die Vernetzung von Vertretern ganz unterschiedlicher Institutionen und Einrichtungen, die in der Praxis bisher noch nicht viele Schnittmengen haben. In der Praxis geht eine Zusammenarbeit leider viel zu oft unter, weil es keine festen Strukturen und Definitionen der übergreifenden Zusammenarbeit gibt. Wenn es mit Hilfe des RIN gelingt, hierfür berufsgruppenübergreifende Vorschläge zu erarbeiten, wäre das ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.