RIN Menschenzentrierte Umgebung für Wohnen, Leben, Arbeiten

Ein Altbau, versteckt im SmartHome

Das Bild zeigt Claus-Herrmann Ottensmeier und Bauherr Sven Obernolte vor den Heizungspanelen, die im Zuge des Umbaus in Kirchlengern auf der Wand verlegt wurden.
Einen Altbau zum SmartHome umrüsten - das ist das Vorzeigeprojekt des Regionalen Innovationsnetzwerks „Menschenzentrierte Umgebung für Wohnen, Leben, Arbeiten“. Ingenieur Claus-Hermann Ottensmeier (l.) hat die Technologie bei Sven Obernolte in Kirchlengern bei Bielefeld getestet. (Foto: Horst Hartmann)

Einen typischen OWL-Altbau zum SmartHome umzurüsten: das war eines der Modellprojekte, als der Verein Energie Impuls OWL im Jahr 2012 mit dem Regionalen Innovationsnetzwerk startete. Das Haus von Sven Obernolte in Kirchlengern bei Bielefeld eignete sich dafür hervorragend: Errichtet in den 1970er Jahren, lange bevor Bauleute an Energiekrise oder Klimawandel auch nur dachten. Im Bestand mit einer teuren Elektrospeicherheizung – zur ungedämmten Fassade.

An sich ist die SmartHome-Technologie eine gute Motivation dafür, in größerem Umfang zu investieren. Sie erfüllt zwei Funktionen: zum einen, natürlich, Häuser so umzurüsten, dass der Energiebedarf sinkt. Zum anderen lassen sich Heizung, Lüftung oder Beleuchtung anschließend mit Computertechnologie steuern. SmartHomes sind allerdings in aller Regel Neubauten. Altbauten lassen sich nur schwer umrüsten. Davon ging jedenfalls bis dato die Baubranche aus.

Das Regionale Innovationsnetzwerk führte den Gegenbeweis an. Es brachte Fachleute aus Forschung und Unternehmen in der Region zusammen, um gemeinsam Lösungen zu finden. Heute hat das Haus von Sven Obernolte aus Kirchlengern den gleichen Standard, wie jedes gerade fertig gestellte SmartHome auch.

Über das RIN "Menschenzentrierte Umgebung für Leben, Wohnen, Arbeit"

  • Neben dem Modellprojekt in Kirchlengern hat das RIN Projekte wie das Entwicklungszentrum für Intelligente Gebäudetechnologien am Campus Minden oder Fortschrittskolleg „Menschenzentrierte Arbeitswelten“ bei den Universitäten Bielefeld und Paderborn angestoßen.

Über das RIN "Menschenzentrierte Umgebung für Leben, Wohnen, Arbeit"

  • Der Verein Energie Impuls OWL koordiniert das Netzwerk aus Hochschulen, Unternehmen der Bauwirtschaft, Architekten- und Planungsbüros sowie Eigentümerinnen und Eigentümern von Wohnraum.

Über das RIN "Menschenzentrierte Umgebung für Leben, Wohnen, Arbeit"

  • Das RIN arbeitet seit 2012 und war das erste der Regionalen Innovationsnetzwerke in NRW.

Ein toller Erfolg, auf dem sich das RIN "Menschenzentrierte Umgebung für Wohnen, Leben, Arbeiten" jedoch nicht ausruhte. Die Akteure wollten mehr und so blieb die intelligente Gebäudetechnologie nicht das einzige Thema, mit dem sich das Netzwerk beschäftigt. Heute liegt der Fokus auf der gesamten Umgebung des Menschen, Leben, Wohnen und Arbeiten. Mit Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft, regionalen Brancheninitiativen aus OWL, Unternehmen aus Handwerk und Industrie sowie Partnern aus der Zivilgesellschaft lassen eine große Reihe von Akteuren ihre Kompetenzen in das Netzwerk einfließen.

Das RIN beschäftigt sich mit den Risiken und Chancen von Digitalisierung und Industrie 4.0 in ganz unterschiedlichen Bereichen. Was bedeutet die Digitalisierung für den ländlichen Raum? Wie gelingt es, den digitalen Wandel nachhaltig zu gestalten? Wie lassen wir die Utopie der CO2-neutralen Stadt Wirklichkeit werden? Das sind nur einige Beispiele für Fragen, die von der Zivilgesellschaft formuliert und mit Hilfe des Regionalen Innovationsnetzwerks an die Wissenschaft herangetragen werden. Das Besondere: Der Mensch steht dabei als Entwickler im Mittelpunkt. Er wird vom Bedürfnisinformanten zum aktiven Mitentwickler seiner Umgebung.