Offener Dialogprozess Fortschritt gestalten

Fortschrittskongress2016
Beim Fortschrittskongress geht es darum, wie Fortschritt in Nordrhein-Westfalen gestaltet werden kann. (Foto: MIWF)

Fortschritt geschieht nicht allein durch technische Innovation. Das Land Nordrhein-Westfalen steht vor Aufgaben, für die wir das Wissen und die Ideen verschiedenster Disziplinen und gesellschaftlicher Gruppen benötigen. Denken wir etwa an die Folgen des Klimawandels, die Zukunft der Energieversorgung, den demografischen Wandel oder die wachsende soziale Ungleichheit.

Wie wollen wir in Zukunft leben? Unter dieser Leitfrage eröffnete die NRW-Landesregierung im Jahr 2013 den inter- und transdisziplinären Dialog "Fortschritt gestalten". Expertinnen und Experten aus Forschung und Praxis haben daran mitgewirkt und gemeinsam Ideen für die Zukunft unseres Landes entwickelt.

Memorandum "NRW gestalten"

Abschluss und Ergebnis des offenen Dialogprozesses ist das Memorandum "NRW gestalten", welches auf dem Fortschrittskongress 2017 vorgestellt wurde. Sechs Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Wissenschaft haben sich mit gesellschaftlichen Herausforderungen wie Digitalisierung, sozialer Sicherheit, Mobilität und Energieversorgung sowie dem demografischen Wandel beschäftigt und Perspektiven für NRW ausgearbeitet.  In der Broschüre beschreiben sie ihre Arbeitsergebnisse und formulieren Empfehlungen für Politik und Gesellschaft. Sie zeichnen ein vielfältiges, spannungsreiches Zukunftsbild.

Hier können Sie sich das Memorandum "NRW gestalten" ansehen.
 

Fortschrittskongress 2017: Fortschritt gestalten in Nordrhein-Westfalen

Auf dem Fortschrittskongress 2017 hat die Landesregierung das Memorandum "NRW gestalten" vorgestellt. Bürgerinnen und Bürger haben gemeinsam mit Expertengruppen aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Wissenschaft in einem mehrjährigen Dialogprozesses diskutiert, wie wir künftig leben wollen und können. Bei allen auch widersprüchlichen Meinungen und Ergebnissen bestand Einigkeit darüber, dass soziale Sicherheit für viele Menschen Grundlage von Fortschritt und von persönlichem Wohlbefinden ist.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sagte zum Auftakt im Congress Center Düsseldorf: "Wir hatten zu einem offenen Gedankenaustausch eingeladen. Es freut mich, dass so viele Bürgerinnen und Bürger dieser Einladung gefolgt sind und sich aktiv in diesen Dialogprozess eingebracht haben." Der Fortschrittsdialog habe die Schwerpunkte benannt: die Zukunft von Wirtschaft und Arbeit, das Leben in Regionen und ländlichen Räumen, die Energieversorgung, die Wissenschaft und der Dialog zwischen Unternehmen und Gesellschaft. "Wir haben hier in allen Bereichen angepackt und geben dem Fortschritt Tempo und Richtung. Wir können Wandel und gestalten die Zukunft durch eine vorausschauende, innovative und vorbeugende Politik", sagte die Ministerpräsidentin weiter.

Sie sprach den Sprecherinnen und Sprechern der sechs Expertengruppen ihren Dank aus:

  • Zukunft des Urbanen Lebens: Prof. Dr. Christa Reicher, Techni-sche Universität Dortmund, Prof. Dr. Claus Leggewie, Kulturwissen-schaftliches Institut Essen
  • Energieversorgung der Zukunft: Prof. Dr. Manfred Fischedick, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie
  • Zukunft der Arbeit und Qualifizierung: Prof. Dr. Heiner Minssen, Universität Bochum
  • Wirtschaftsstandort NRW der Zukunft: Michael F. Bayer und Anke Schweda, IHK Aachen
  • Zukunft des Dialogs zwischen Unternehmen und Gesellschaft: Michael Kuhndt, Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production
  • Wissenschaft und gesellschaftlicher Fortschritt: Prof. Dr. Dirk Messner, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik

Was verstehen wir überhaupt unter gesellschaftlichem "Fortschritt" und wie kann er erreicht werden? Darüber muss in Zeiten tiefgreifender technologischer Veränderungen neu nachgedacht werden. In der Diskussionsrunde des Fortschrittskongresses sprachen Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, Stadtentwicklungsminister Michael Groschek, Arbeits- und Integrationsminister Rainer Schmeltzer sowie Wirtschafts-minister Garrelt Duin über konkrete Ideen und Lösungswege.

Das Wirtschaftsministerium setzt auf eine moderne Industriepolitik und den digitalen Umbau der Wirtschaft. Mit der Gründung von sechs digitalen Zentren in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Köln, im Münsterland und im Ruhrgebiet werden Industrie, Mittelstand, Startups und Wissenschaft vernetzt, um digitale Geschäftsmodelle zu schaffen.

Das Wissenschaftsministerium nimmt die Forschung zu den gesellschaftlichen Herausforderungen in den Blick. Die transformative Forschung, die sich an den großen gesellschaftlichen Herausforderungen orientiert, soll deutlich gestärkt werden. Damit sollen Veränderungsprozesse angestoßen werden, die die Entwicklung von Lösungen sowie technische und soziale Innovationen ermöglichen. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit vieler Fachdisziplinen und Akteure auch außerhalb der Wissenschaft. Von der transformativen Forschung wird ein besonderer Beitrag zu den UN-Zielen für eine nachhaltige Entwicklung und soziale Innovationen erwartet.

Die Umsetzung der Digitalisierung und die Veränderung durch den demografischen Wandel im Bereich Arbeit und Weiterbildung sind gestaltbar und gestaltungsbedürftig. Die Grundsätze guter und fairer Arbeit sollen auch unter den Bedingungen einer digitalisierten und vernetzten Welt durch klare Regeln zum Tragen kommen. Die Beschäftigten brauchen Qualifikationen und Kompetenzen, um die neuen Anforderungen zu bewältigen. Investitionen in Bildung stehen daher für das Arbeitsministerium im Mittelpunkt – nur so kann die Beschäftigungsfähigkeit erhalten werden und gelingt Teilhabe am Arbeitsmarkt.

Für das urbane Leben formuliert das Bauministerium klare Zielvorstellungen. Zu einer zukunftsgerechten Stadtentwicklung tragen verschiedene Faktoren bei: durchmischte Quartiere, bezahlbarer Wohnraum, gelebte Integration, Entwicklung von Bildungslandschaften sowie nachhaltige Mobilitätskonzepte. Um all das zu erreichen, sollten Kommunen themenübergreifend arbeiten und mit anderen Städten kooperieren. Das Bauministerium wird dies unter anderem im Rahmen der Städtebauförderung und mit Veranstaltungsformaten weiter fördern.

Das Memorandum sowie weitere Informationen zum Fortschrittsdialog und dem Fortschrittskongress finden Sie online unter www.fortschritt-gestalten.nrw.de. 


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