Ministerin Schulze: NRW ist wichtiger Standort der Stammzellforschung

Das Bild zeigt Ministerin Svenja Schulze bei ihrem Vortrag auf dem Forum des Fortschritts NRW in Bonn.
Was darf, soll, kann die Stammzellforschung? Darüber diskutierte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze mit rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf dem Forum des Fortschritts NRW am LIMES Institut in Bonn. (Foto: Meinhard/Bosse und Meinhard)

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze hat auf dem Forum des Fortschritts NRW am 21. Mai 2014 noch einmal die wichtige Arbeit der Stammzellforschung anerkannt. "Ihr kommt im Rahmen der medizinischen Forschung eine wichtige und zukunftsträchtige Rolle zu. Mit den hervorragenden Hochschulen und Forschungseinrichtungen und dem Kompetenznetzwerk NRW, das wir weiter fortsetzen werden, haben wir für die weitere Entwicklung gute Standortbedingungen", sagte die Ministerin am LIMES-Institut in Bonn in der Diskussionsrunde unter dem Thema "Stammzellforschung – zwischen Hoffnung und Bedenken". 28 Millionen Euro habe das Land in den vergangenen Jahren in die Stammzellforschung investiert.

Fast alle Menschen haben schon von Stammzellen gehört

Stammzellen haben die Eigenschaft, sich nach ihrer Teilung beispielsweise zu Herz-, Nerven-, Haut- oder Muskelzellen entwickeln zu können. Damit verbindet sich die Hoffnung, künftig auch Krankheiten wie Krebs, Alzheimer oder Parkinson heilen zu können. Längst bewegt dieses Thema nicht mehr nur die Wissenschaft. Eine Umfrage des Kompetenznetzwerkes Stammzellforschung NRW ergab: Über 90 Prozent der Befragten haben schon einmal von Stammzellen gehört oder gelesen. Ein großer Teil von ihnen wünscht sich eine intensive Forschung.

Die Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wirft aber auch rechtliche und ethische Fragen auf. Wie weit können wir gehen? Was haben wir erreicht? Woran forschen wir? Das Forum des Fortschritts NRW in Bonn griff diese Fragen auf. An der Diskussion beteiligten sich rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft, Politik und Bevölkerung. Alle Beteiligten sprachen sich dafür aus, den offenen Dialog über Forschungsethik, Therapieansätze und rechtliche Rahmenbedingungen fortzusetzen. "Die Stammzellforschung ist ein besonderer Bereich, denn es geht um nicht weniger als das Leben selbst. Nur eine zur Gesellschaft und Wirtschaft geöffnete Wissenschaft erweitert die Perspektive und sorgt dafür, dass ihre Antworten auch in Form von Fortschritt bei den Menschen ankommen", so Ministerin Schulze. 

Vier Millionen Euro für anwendungsorientierte Forschung

Inter- und transdisziplinäre Forschung, deren Ergebnisse die Lebenswelt der Menschen spürbar verbessern – das entspricht auch der Forschungsstrategie "Fortschritt NRW" der Landesregierung. Sie stellt daher über den Wettbewerb "Translationale Stammzellforschung" in diesem Jahr vier Millionen Euro für die Stammzellforschung bereit. Gefördert werden sollen Projekte, in denen Forscherinnen und Forscher neue Plattformtechnologien sowie Diagnose- und Therapieverfahren entwickeln.

Weiterführende Informationen