Gender-Kongress 2017

Von der Diagnose zur Therapie – Geschlechter(un)gerechtigkeit in Hochschule und Hochschulmedizin

Drei junge Frauen und zwei junge Männer schauen in Richtung einer Tafel, während eine der Frauen etwas darauf schreibt.
Gleichstellung an den NRW-Hochschulen: Während die weiblichen Studierenden in der Medizin in der Mehrheit sind, ist nur jede sechste Professur des Fachbereichs mit einer Frau besetzt. (Bild: © BartekSzewczyk/Fotolia)

Es bewegt sich etwas in puncto Geschlechtergerechtigkeit an den nordrhein-westfälischen Hochschulen. Das machen die Daten und Analysen des Gender-Reports 2016 deutlich. Insbesondere die Gleichstellungsquote für die Besetzung von Professuren im neuen Hochschulgesetz hat eine Verbindlichkeit geschaffen, die ihre ersten positiven Wirkungen zeigt. Dennoch weisen die Ergebnisse des Reports auch darauf hin, dass es mit Blick auf die Gleichstellung von Frau und Mann in Lehre und Forschung weiterhin großen Handlungsbedarf gibt. Dies gilt insbesondere für den Bereich der Hochschulmedizin. Unter den AbsolventInnen, die erfolgreich ein Medizinstudium abschließen, sind Frauen seit Längerem in der Mehrheit, von den Professuren der Universitätskliniken und Medizinischen Fakultäten ist dagegen nur jede sechste mit einer Frau besetzt – der Gender Gap ist in der Hochschulmedizin somit besonders stark ausgeprägt.

Der Gender-Kongress des Wissenschaftsministeriums sollte einen Raum bieten, um im gemeinsamen Austausch Forschungsergebnisse und Handlungsperspektiven für mehr Chancengerechtigkeit zu diskutieren.

Vier Werkstätten ermöglichten Diskussion

Auf dem Gender-Kongress 2017 des NRW-Wissenschaftsministeriums konnten sich die Teilnehmer in vier parallel stattfindenden Werkstätten austauschen und gemeinsam Handlungsansätze für eine geschlechtergerechtere Zukunft der Hochschulen entwickeln:

  1. Gleichstellung per Gesetz – Wirkungen und Nebenwirkungen des Hochschulzukunftsgesetzes NRW
  2. Wissenschaftskarrieren in der Medizin fördern
  3. Care-Arbeit und (Wissenschafts-)Karrieren – Vereinbarkeit verbessern
  4. Fachkultur Medizin – Spielregeln kennen und verändern