Landesprogramm für geschlechtergerechte Hochschulen

Das Wissenschaftsministerium hat es sich zum Ziel gesetzt, die Geschlechtergerechtigkeit an den Hochschulen in NRW voranzutreiben. Aus diesem Grund wurde das Landesprogramm für geschlechtergerechte Hochschulen auf den Weg gebracht. Mit einem Sockelbetrag von drei Millionen Euro werden die Gleichstellungsbeauftragten an den NRW-Hochschulen gestärkt. Darüber hinaus stellt das Wissenschaftsministerium Fördergelder für die Nachwuchsförderung und für die Genderforschung zur Verfügung.

Den Nachwuchs unterstützen

Das Wissenschaftsministerium stellt jährlich 1,5 Millionen Euro für die Nachwuchsförderung an den Hochschulen im Land zur Verfügung. Im Interesse der Nachhaltigkeit liegt der Schwerpunkt auf der Einbindung der Nachwuchswissenschaftlerinnen in die Hochschule. Die Mittel werden für drei Jahre direkt ausgeschrieben. Für die aktuelle Förderrunde konnten sich die Hochschulen bis zum 15. Oktober 2015 bewerben.

Das Wissenschaftsministerium unterstützt Universitäten im Rahmen des Landesprogramms bei der Finanzierung von Juniorprofessuren.

Fachhochschulen erhalten Fördermittel zur Finanzierung von Qualifizierungsstellen für Wissenschaftlerinnen. Auf diese Weise sollen Frauen mit konkretem Interesse an einer Laufbahn als Fachhochschulprofessorin die Möglichkeit bekommen, ihre Qualifikationsvoraussetzungen zu vervollständigen.

Kunst- und Musikhochschulen sollen durch die Förderung Stellen für Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen in der Post-Doc-Phase oder Juniorprofessuren schaffen. Qualifizierte Frauen, die eine Laufbahn als Kunsthochschulprofessorin anstreben, sollen auf diese Weise ihre Qualifikationsvoraussetzungen erreichen können. 

Professuren in der Genderforschung fördern

In der Vergangenheit hat das Wissenschaftsministerium im Rahmen des Förderprogramms Forschungsprojekte an Universitäten und Fachhochschulen in NRW gefördert. In der aktuellen Förderrunde, für die sich die Hochschulen bis zum 30. August 2015 bewerben konnten, werden erstmals nicht mehr einzelne Forschungsprojekte unterstützt, sondern Professuren im Bereich der Genderforschung und -lehre. Damit wird die Genderforschung nicht mehr nur projektbezogen, sondern institutionell gefördert und der Genderaspekt stärker als bisher in der Lehre verankert.

Nach dem Ergebnis des Gender-Reports 2013 sind mehr als 80 Prozent der Genderprofessuren in den Gesellschafts- und Sozialwissenschaften sowie in den Sprach- und Kulturwissenschaften verortet. Um neue Felder für die Forschung und Lehre zu erschließen, ist die Förderung auch auf eine thematische Ausweitung von Genderprofessuren gerichtet.

Insgesamt stehen Fördermittel in Höhe von 1 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung.