Interview mit Dorothee Schulze

"Die Älteren bringen viel Berufs- und Lebenserfahrung mit"

Das Foto zeigt Dorothee Schulze, Studienberaterin an der FernUniversität in Hagen.
Dorothee Schulze berät an der FernUniversität in Hagen Studierende bei der Fächerwahl. (Foto: Uwe Völkner)

Dorothee Schulze hat selbst an der FernUniversität in Hagen studiert. Heute berät sie dort junge und alte Studierende bei der Wahl des richtigen Fachs.

Welche Altersgruppen sind an der FernUniversität in Hagen vertreten?

Dorothee Schulze: Bei uns finden Sie Studierende jeder Altersklasse. Die größte Gruppe bilden aber die 25- bis 38-Jährigen mit rund 60 Prozent. Die große Altersspanne trägt dazu bei, dass die Lernumgebung sehr divers ist - wovon alle Lernenden und Lehrenden profitieren. So bringen die Älteren viel Berufs- und Lebenserfahrung mit, während die Jüngeren meist eine höhere Medienkompetenz haben, die sie weitergeben können.

Was motiviert Studierende zu einem Fernstudium? Spielt das Alter eine Rolle? 

Dorothee Schulze: Viele kommen, weil sie die Flexibilität des Fernstudiums schätzen. Die Jüngeren haben meist schon ein Studium abgeschlossen und wollen sich dann im Master weiterqualifizieren. Bei den Älteren ist es häufig so, dass sie schon immer mal studieren wollten und das Fernstudium ihnen dazu eine gute Möglichkeit bietet, ohne dass sie den Beruf aufgeben müssen.

Was können andere Hochschulen von der FernUniversität in Hagen lernen, um für jedes Alter attraktiv zu sein?

Dorothee Schulze: Ein wichtiger Punkt ist hier sicherlich "Blended Learning", und zwar als sinnvolle Verknüpfung von Selbststudium, Präsenzzeiten und virtuellen Lernangeboten. Zwar wird "Blended Learning" inzwischen immer öfter eingesetzt, trotzdem erlebe ich an den Hochschulen häufig eine gewisse Starrheit im System. Meiner Erfahrung nach überwiegt im Präsenzstudium immer noch das traditionelle Lehr- und Lernformat, was nicht allen Altersgruppen und Lernbedürfnissen gerecht wird und wenig flexibel ist.  An der FernUniversität gibt es auch Prüfungen und Präsenzzeiten, das Studium selbst kann aber viel individueller gestaltet werden.