Interview mit Kirstin Schütz

Vielfalt leben!

Porträtbild von Kirstin Schütz
Kirstin Schütz (Foto: Rainer Hotz)

Kirstin Schütz ist die Ansprechpartnerin des Steuerungskreises Diversity der Universität Witten/Herdecke. Als Organisatorin der universitären LSBTTI-Gruppe kümmert sie sich insbesondere um den monatlichen Diversity-Stammtisch.

Wie trägt der Steuerungskreis Diversity zu einer offenen Hochschule bei?


Kirstin Schütz:
Das Hauptanliegen des Steuerungskreises ist die Implementierung und Weiterentwicklung des 2011 verabschiedeten Diversity-Konzepts „Vielfalt leben!“. Das Konzept enthält eine Verpflichtung der Universität und all ihrer Angehörigen, gemeinsam an der Verwirklichung der sich aus Vielfalt ergebenden Chancen zu arbeiten. Dabei ist insbesondere Transparenz und Präsenz wichtig: Der Steuerungskreis ist beispielsweise mit Info-Ständen am Tag der offenen Tür vertreten. Obwohl die Universität Witten/Herdecke als private Hochschule nicht per Gesetz dazu aufgefordert wird, möchte die Universität die soziale Vielfalt ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ihrer Studierenden wertschätzen.

Wie engagiert sich die universitäre LSBTTI-Gruppe?


Kirstin Schütz:
Die Gruppe veranstaltet einmal im Monat einen Diversity-Stammtisch. Dieses Angebot richtet sich in erster Linie an Studierende und Beschäftigte, die sich der LSBTTI-Gruppe zugehörig fühlen und darüber hinaus auch an alle, die sich für das Thema Diversity interessieren. Die LSBTTI-Gruppe  organisiert außerdem Aufklärungskampagnen zum 17. Mai, dem Tag gegen Homophobie, gemeinsame Fahrten zum Christopher Street Day in Köln und Besuche von relevanten Veranstaltungen anderer Universitäten. Über die Homepage können sich Studierende informieren und in einem anonymen Rahmen Kontakt aufnehmen, wenn sie sich bisher noch nicht öffentlich geoutet haben. Mit einem barrierefreien Diversity-Büro gibt es einen geschützten Raum für Ratsuchende, die bei Bedarf auch auf ihrem Weg zum Outing begleitet und unterstützt werden.

Wann ist eine Hochschule divers?


Kirstin Schütz:
Eine Hochschule ist divers, wenn sie niemanden aufgrund einer körperlichen Besonderheit, seiner Herkunft, seines Geschlechts, seiner Hautfarbe, Religion oder sexuellen Orientierung oder Identität ausschließt, sondern ganz im Gegenteil jeder Art von Diskriminierung proaktiv entgegen wirkt. Das Ziel einer Hochschule sollte nicht nur die Ausbildung junger Menschen sein, sondern sie sollte vielmehr auch eine Art von Bildung vermitteln, die es Absolventen und zukünftigen Entscheidungsträgern ermöglicht, Vielfalt wertzuschätzen.