Drei religiöse Wissenschaftlerinnen über alltägliche Vorurteile

Guyanne Wilson, Doktorin der Anglistik und Katholikin

Das Bild zeigt Guyanne Wilson.

"Meine Religion ist mir sehr wichtig und sie bestimmt meinen Alltag. Ich gehe zum Beispiel jeden Tag in die Messe. An der Universität wird mein Glaube manchmal kritisch gesehen. Immer wieder kommt die Frage, wie ich rational denken und gleichzeitig an Gott glauben könne. An deutschen Hochschulen werden Studierende und Wissenschaftler mit religiösem Glauben scheinbar nur in der Theologie als 'normal' angesehen." Zum vollständigen Interview

Dina El Omari, promovierte Islamwissenschaftlerin und Muslima

Das Bild zeigt Dina El Omari.

"Der Islam ist in Deutschland mit Vorurteilen behaftet: Die meisten Muslime kamen im Zuge der Arbeitermigration hierher und stammen aus ursprünglich bildungsfernen Schichten. Daher haben viele Muslime keinen reflektierten Zugang zu ihrem Glauben. Hinzu kommt der fehlende islamische Religionsunterricht an öffentlichen Schulen, so dass es kaum Räume gibt, sich mit seiner Religion sachlich auseinanderzusetzen. An der Hochschule können sich gläubige Studierende und Wissenschaftler auf akademischer Ebene und mit wissenschaftlichen Methoden mit Religion auseinandersetzen und frei reflektieren. Unsere Studierenden tragen dieses reflektierte Bild vom Islam in die Schulen und in die Gesellschaft zurück – denn sie sind die Religionslehrer von morgen." Zum vollständigen Interview

Anastassia Pletoukhina, Studentin der Gender- und Diversity-Kompetenz und Jüdin

Das Bild zeigt Anastassia Pletoukhina.

"Als ich nach Berlin ging, um dort meinen Master zu machen, gab es keine Anlaufstelle für jüdische Studierende. Ich hatte jedoch das Bedürfnis, mich mit Gleichgesinnten vor allem über jüdische Traditionen, Kultur und Politik auszutauschen. Studentim versteht sich nicht in erster Linie als religiöse Plattform, sondern als Vereinigung, die sich sowohl mit jüdischen Traditionen beschäftigt als auch die gesellschaftspolitische Themen behandelt, die für das jüdische Leben in Deutschland relevant sind. Wir sind nicht an einem Campus verortet, denn wir wollen Anlaufstelle für Studierende aller Hochschulen sein." Zum vollständigen Interview