Fachhochschule Köln: Come in - Commit!

Das Bild zeigt zwei Studentinnen, die miteinander lernen.
Projektbasierte Lehrveranstaltungen sollen bei den Erstsemestern der Fachhochschule Köln die Studienmotivation steigern. (Foto: Costa Belibasakis/FH Köln)

Ein motivierendes Startsemester mit innovativen Lehrveranstaltungen, die die Unterschiedlichkeit der Studierenden stärker berücksichtigen – das ist der Kern des Programms "Come in – Commit!", mit dem die Fachhochschule Köln ihren Erstsemestern den Einstieg ins Studium erleichtern will. Das Konzept zählt zu den prämierten Beiträgen im Wettbewerb "Guter Studienstart" des Wissenschaftsministeriums.

Einen Gewinn für die Studierenden verspricht sich die Hochschule etwa davon, künftig mehr projektbasierte Lehrveranstaltungen anzubieten: Unter anderem sollen in sämtlichen Studiengängen im ersten Semester Projektwochen stattfinden, in denen die Studierenden in Teams eine komplexe Aufgabenstellung bearbeiten. Dadurch werden sie angeregt, sich aktiv mit ihrem Studienfach, den späteren beruflichen Tätigkeitsfeldern und ihrer Verantwortung für den eigenen und den Lernprozess der anderen auseinanderzusetzen. Die Team-Erfahrung, fachbezogene Erfolgserlebnisse und der persönliche Kontakt mit den Lehrenden steigern zudem ihre Motivation für das Studium.

Mehr Diskurs durch "umgedrehte" Lehrveranstaltungen

Auch in einer weiteren neuen Lehr-/Lern-Form vermutet die Hochschule großes Potenzial: dem so genannten Flipped bzw. Inverted Classroom. Diese sieht vor, dass sich die Studierenden zunächst im Selbststudium mit neuen Inhalten beschäftigen, wobei sie Lehr-Videos und Vortragsaufzeichnungen zur Unterstützung erhalten. Das Durchdringen der Inhalte findet anschließend in der Lehrveranstaltung in Form von Anwendungen, Diskussionen, Problemlösungen etc. statt. So wird der diskursive Austausch im Studium aufgewertet – ein gerade für die Studieneingangsphase wichtiger Aspekt, um Studierende in ihrem individuellen Lernfortschritt besser wahrnehmen und Lehre entsprechend gestalten zu können.

"Unsere Erfahrungen mit diversitätsfreundlicher Lehre, die den Studierenden ins Zentrum stellt, haben uns gezeigt, dass wir sowohl von den Lehrenden als auch von den Studierenden ein neues Rollenverständnis und eine neue Art der Verantwortung erwarten müssen", sagt Prof. Sylvia Heuchemer, Vizepräsidentin für Lehre und Studium der Fachhochschule Köln. Ziel des Programms "Come in – Commit!" sei es, die Studierenden zu Partnern im Wissenschaftsprozess machen. Im Gegenzug zum „Commitment“ der Studierenden verpflichtet sich die Hochschule, Strukturen und Angebote so zu gestalten, dass die Erstsemester den Weg in die akademische Gemeinschaft schaffen und ihr Studium erfolgreich absolvieren können. Die Lehrenden begleiten den Lernprozess der Studierenden dabei als Coach und übernehmen eine Mitverantwortung für deren Lernerfolg.

Studierende als Partner im Wissenschaftsprozess

Um einen nachhaltigen Erfolg des Programms sicherzustellen, will die Fachhochschule Köln die Auswirkungen und Entwicklungsfortschritte bei der Umsetzung evaluieren und die Ergebnisse bei der weiteren Ausgestaltung berücksichtigen. Zugleich soll damit ein Beitrag zur Schließung einer Forschungslücke geleistet werden. So gibt es bislang keine relevanten Forschungsergebnisse zu den Fragen, welche Erwartungen, Haltungen und Kompetenzen Studierende ins Studium mitbringen, unter welchen Lebensbedingungen sie ihr Studium absolvieren, und wie studentische Sozialisationsprozesse gelingen.

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Der Wettbewerb "Guter Studienstart" des NRW-Wissenschaftsministeriums fördert Projekte an Hochschulen, die in der wichtigen Anfangsphase Orientierung bieten, früh auf Schwierigkeiten im Studienverlauf reagieren und somit vermeidbare Studienabbrüche verhindern. Insgesamt 20 Universitäten und Fachhochschulen reichten ihre Konzepte ein. Die vier überzeugendsten werden nun über einen Zeitraum von vier Jahren mit je 1,25 Millionen Euro unterstützt.