RWTH und FH Aachen: Guter Studienstart im Ingenieurbereich

Aachen führt das "nullte Semester" ein

Das Bild zeigt junge Studierende im Hörsaal.
Studienanfängerinnen und Studienanfänger bekommen in Aachen jetzt ein besonderes Angebot: Sie können im "nullten Semester" fast alle MINT-Studiengänge sowohl an der RWTH als auch an der FH ausprobieren, bevor sie sich verbindlich entscheiden. (Foto: FH Aachen/www.thilo-vogel.com)

Maschinenbau oder Elektrotechnik? Uni oder Fachhochschule? Studierende in Aachen werden künftig bereits die ersten Prüfungen absolviert haben, wenn sie diese Entscheidungen treffen. Die RWTH und die Fachhochschule Aachen führen ein gemeinsames "nulltes Semester" ein. "Guter Studienstart im Ingenieurbereich" heißt das landesweit einmalige Programm, mit dem sich die Hochschulen im Förderwettbewerb "Guter Studienstart" des Wissenschaftsministeriums durchsetzten. 

Statt wie bisher zum Wintersemester können sich Studieninteressierte als so genannte Jungstudierende bereits im vorangehenden Sommersemester an einer der beiden Hochschulen immatrikulieren.  In dieser Zeit haben sie die Gelegenheit, sich eng begleitet durch die Zentrale Studienberatung auf beiden Campus und in vielen MINT-Fächern auszuprobieren.

Dabei absolvieren sie:  

  • ein Rahmenprogramm mit Einführungswoche, studentischem Tutorium, Lerngruppen, der Vorstellung einzelner Studiengänge und Role-Model-Runden mit Ingenieurinnen und Ingenieuren aus Wissenschaft und Praxis.
  • ein Grundlagenprogramm mit Mathematik, Mechanik, Informatik, Physik und Chemie sowie Einführungsveranstaltungen in den MINT-Fächern, Sprachkursen oder Ingenieurethik.

Viele dieser Kurse liegen als Blockveranstaltungen in der Zeit nach den Abitur- und Abschlussprüfungen. Somit können auch Schulabgängerinnen und -abgänger das Angebot der Aachener Hochschulen nutzen. Leistungen aus der Orientierungsphase können sie sich später auf das Studium anrechnen lassen. Allerdings zählt das "nullte Semester" nicht zur Regelstudienzeit – und damit nicht für den Bezug von BAföG.

Gute Orientierung, weniger Abbrüche

Die RWTH und die FH versprechen sich von "Guter Studienstart im Ingenieurbereich" zwei Effekte: Zum einen sollen Studierende passende Studiengänge möglichst genau kennenlernen, bevor sie sich verbindlich entscheiden – was helfen soll, Studienabbrüche gerade in der Anfangsphase zu vermeiden. Zum anderen schreiben sich immer mehr so genannte "non traditional students" ein, die ganz unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen. Mit einer systematischen Orientierungsphase können die Hochschulen darauf besser eingehen, als mit einzelnen Brückenkursen neben dem regulären Programm des ersten Semesters.

Zunächst 200 Plätze stehen ab dem Sommersemester 2015 im "nullten Semester" zur Verfügung. Zugelassen werden zunächst Studieninteressierte, die noch nicht an einer der beiden Aachener Hochschulen eingeschrieben sind. Mittelfristig ist jedoch angedacht, allen Studierenden an der RWTH und der FH Aachen eine solche intensive Orientierungsphase zu ermöglichen.