Universität Siegen: Brücken ins Studium

Das Bild zeigt eine Studentin zwischen zwei Regalreihen in der Bibliothek.
Studieninteressierte mit wissenschaftlichen Arbeitstechniken vertraut zu machen - zum Beispiel mit der Bibliotheksrecherche - ist eines der Ziele des Programms "Brücken ins Studium". (Foto: Universität Siegen)

Die Universität Siegen ist mit ihrem Programm "Brücken ins Studium" (BiS) erfolgreich aus dem Wettbewerb "Guter Studienstart" des NRW-Wissenschaftsministeriums hervorgegangen. Sie begreift den Übergang von der Schule ins Studium als ganzheitlichen Prozess und will Studieninteressierte mit dem Programm über einen Zeitraum von mehreren Jahren an die Universität heranführen. BiS ist kompetenzorientiert aufgebaut und gliedert sich in zwei aufeinander folgende Phasen: die Studienerkundung und das Vorstudium.

Die Phase der Studienerkundung setzt bereits in der 10. Klasse der achtjährigen bzw. der 11. Klasse der neunjährigen Sekundarstufe an und dauert drei Jahre. Der Kontakt zwischen Schülerinnen und Schülern und der Universität wird hier über die Studien- und Berufsorientierungslehrkräfte der Schulen hergestellt. Am Programm teilnehmen können aber auch Auszubildende und Berufstätige, die in absehbarer Zukunft ein Studium aufnehmen möchten. Die Leitung vonseiten der Universität übernimmt ein Erkundungskoordinator.

Gleitender Einstieg ins Studium

Die Studienerkundung umfasst fünf thematisch geschlossene Module, die teils in der Schule und teils an der Universität stattfinden. Darin entdecken die Teilnehmenden ihre Fähigkeiten und Studieninteressen sowie die damit verbundenen beruflichen Möglichkeiten, schnuppern in bis zu fünf Lehrveranstaltungen aus unterschiedlichen Studiengängen hinein, besuchen Workshops zur Stärkung der Studierfähigkeit (Themen u.a. Zeit- und Selbstmanagement, wissenschaftliche Lern- und Arbeitstechniken, Präsentationstechnik) sowie fachspezifische propädeutische Kurse (z.B. Statistik) und lernen, wie man sich um einen Studienplatz bewirbt.

Die zweite Phase, das ein- oder zweisemestrige Vorstudium an der Brückenakademie, ermöglicht den Teilnehmenden nach ihrem Schulabschluss einen gleitenden Einstieg ins Studium. Statt sich bereits auf einen konkreten Studiengang festzulegen, erkunden sie drei verschiedene Fächer, die ihren Interessen entsprechen, und besuchen dort in Abstimmung mit dem Vorstudienkoordinator einzelne Lehrveranstaltungen, teils über die Dauer des gesamten Semesters. Dabei freiwillig erbrachte Studien- oder Prüfungsleistungen können auf ein späteres Fachstudium angerechnet werden. Da das Vorstudium bewusst auch jungen Menschen aus sozial schwächeren Milieus den Weg ins Studium ebnen soll, sucht die Universität derzeit Unternehmen und Institutionen aus der Region, die als Bildungspaten Vorstudierende mit einem Stipendium unterstützen.

Phasen können auch unabhängig absolviert werden

Studienerkundung und Vorstudium bauen zwar inhaltlich aufeinander auf, jedoch setzt die Teilnahme an der zweiten Phase nicht zwangsläufig den Besuch der ersten voraus. (Ebenso können Teilnehmende der Studienerkundung nach dem Schulabschluss auch direkt ins Studium starten, ohne den Umweg über das Vorstudium zu gehen.) Die Studieninteressierten im Programm "BiS" werden in maximal sechsköpfige Kolleggruppen eingeteilt und jeweils von einem studentischen Mentor betreut. Mit dem Erkundungs- bzw. dem Vorstudienkoordinator finden in regelmäßigen Abständen Feedback-Gespräche statt.

Interessierte können sich an die Zentrale Studienberatung (ZSB) der Universität Siegen wenden unter Telefon  0271/ 740-2712 bzw. per E-Mail an info.studienberatung@zv.uni-siegen.de.

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Der Wettbewerb "Guter Studienstart" des NRW-Wissenschaftsministeriums fördert Projekte an Hochschulen, die in der wichtigen Anfangsphase Orientierung bieten, früh auf Schwierigkeiten im Studienverlauf reagieren und somit vermeidbare Studienabbrüche verhindern. Insgesamt 20 Universitäten und Fachhochschulen reichten ihre Konzepte ein. Die vier überzeugendsten werden nun über einen Zeitraum von vier Jahren mit je 1,25 Millionen Euro unterstützt.