Ausgangslage und Fakten: Gemeinsam für gute Arbeit

Längere Vertragslaufzeiten, bessere Vereinbarkeit, mehr Gesundheit am Arbeitsplatz: Zehntausende Beschäftigte der NRW-Hochschulen werden vom neuen Rahmenvertrag profitieren.

Mehr als 79.000 Menschen sind in NRW an einer der 30 Universitäten und Fachhochschulen in staatlicher Trägerschaft beschäftigt. Sie forschen, betreuen Studierende, wickeln Arbeitsverträge ab oder sorgen dafür, dass die IT reibungslos funktioniert. Damit sind die Hochschulen in staatlicher Trägerschaft ein wichtiger Arbeitgeber im Land.

Allerdings: Viele Beschäftigte sind mit den Arbeitsbedingungen unzufrieden. Zu kurze Vertragslaufzeiten, zu viele Überstunden, zu geringes Einkommen: In einer Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) gab jede und jeder Vierte an, aufgrund dieser Rahmenbedingungen nicht dauerhaft an der Hochschule bleiben zu wollen (DGB NRW (2013): Arbeitsbedingungen an den Hochschulen in NRW. Bericht). Wenngleich die Erhebung nicht repräsentativ ist, hatten darin 900 Beschäftigte an NRW-Hochschulen Auskunft zu ihrem Arbeitsplatz gegeben. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine Studie des Hochschul-Informations- Systems HIS (Georg Jongmanns (2011): Evaluation des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes, in: HIS Forum Hochschule 4/11).

Das kann so nicht bleiben. Darüber sind sich die Hochschulleitungen, die Landespersonalräte und das Wissenschaftsministerium in NRW einig. Gemeinsam haben sie den Rahmenvertrag "Gute Arbeit" entwickelt. Die vertragliche Vereinbarung regelt künftig folgende Eckpunkte:

Abbau befristeter Beschäftigung des wissenschaftlichen Personals:
In der Qualifizierungsphase ist ein Großteil des wissenschaftlichen Personals befristet beschäftigt, oft kürzer als für die Dauer des Qualifizierungsvorhabens
angemessen. Künftig werden grundsätzlich keine Verträge mit Laufzeiten von unter einem Jahr geschlossen. An die Stelle von oft mehreren kurzzeitigen Verträgen treten wenige mit längeren Laufzeiten.

Verbesserungen für das unterstützende Personal:
Hier sind vor allem studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte gemeint. Diese Personalgruppe wird ihrer Qualifikation entsprechend eingesetzt und möglichst nicht mit Aufgaben betraut, die grundsätzlich dem unbefristet beschäftigten Hochschulpersonal obliegen.

Familiengerechter Umgang mit Teilzeitbeschäftigung:
Geeignete Maßnahmen stellen sicher, dass Beschäftigte in Teilzeit nicht benachteiligt werden: zum Beispiel durch Konzepte zur Qualifizierung oder auch für Rückkehrerinnen und Rückkehrer nach einer Familienphase.

Etablierung/Ausbau gesundheitsfördernder Arbeitsbedingungen:
Dies betrifft Bereiche wie Führung, Unternehmenskultur, Betriebsklima, soziale Kompetenz, Arbeitsbedingungen und Gesundheitsverhalten. Dazu gehören ein effektiver Arbeits- und Gesundheitsschutz etwa durch gesunde Kantinenkost oder Rückenschulungskurse ebenso wie flexible Arbeitszeiten und die Schulung von Führungskräften zu diesem Thema.

NRW-weiter Hochschularbeitsmarkt erleichtert Stellenwechsel:
Der Wechsel zu einer anderen Hochschule oder zu einem anderen Arbeitgeber
konnte bislang Nachteile mit sich bringen, etwa in puncto Bezahlung, oder aber mit einer erneuten Probezeit verbunden sein. Ein solcher Wechsel kann aus persönlichen und privaten Gründen oder auch aus Karrieregründen jedoch wünschenswert und sinnvoll sein. Hier sind die beschriebenen Nachteile zu vermeiden. Ausschreibungen sind allen Beschäftigten in einem landesweiten Hochschulstellenmarkt zugänglich.

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