Hochschule Bochum: Gute Arbeit, gutes Klima

Der neue Rahmenvertrag nützt nicht nur Beschäftigten. Für die Hochschule Bochum ist er auch ein Instrument, sich auf künftige Herausforderungen vorzubereiten.

Nicht zuletzt durch die Bologna-Reform hat Dr. Christina Reinhardt ein gutes Arbeitsklima zu schätzen gelernt. Neue Studiengänge, neue Prüfungsordnungen: Alles änderte sich, vieles war offen – und die damalige Personalentwicklerin der Ruhr-Universität Bochum sah: "Es gibt praktisch keine Chance, eine Reform am Personal vorbei umzusetzen. Je mehr sich Beschäftigte als Teil der Organisation betrachten, desto eher lassen sie sich auf Situationen der Unsicherheit ein."

Heute ist Christina Reinhardt Kanzlerin der Hochschule Bochum, und dort gemeinsam mit dem Präsidenten der Hochschule, Prof. Dr. Martin Sternberg, verantwortlich für rund 500 Beschäftigte. Ihre Erfahrung von einst schlägt sich dort in den Leitlinien für die Organisations- und Personalentwicklung nieder. Eines der Ziele: Hochschule und Beschäftigte sollen ihre Interessen aufeinander abstimmen, damit sie auch in schwierigen Situationen gemeinsam an einem Strang ziehen wollen und können. Immerhin sitzen sie im gleichen Boot: "Die Herausforderungen, die wir gemeinsam bewältigen müssen, werden sicher nicht kleiner werden", sagt Christina Reinhardt. Die hohe Zahl an Erstsemestern zählt sie dazu, den demografischen Wandel, den Fachkräftemangel oder die weitere Digitalisierung der Hochschulen.

Gute Arbeitsbedingungen sind ein originäres Interesse der Beschäftigten – und damit in den Augen der Kanzlerin ohnehin zwangsläufig ein Teil der Organisation. Die Leitlinien für die Personalentwicklung an der Hochschule Bochum schreiben daher viele Prinzipien bereits fest, die auch im Rahmenvertrag "Gute Arbeit" verankert sind. Alle Beschäftigten haben einen Anspruch auf individuelle Weiterbildung und Führungskräfteentwicklung, familiengerechte Arbeitsmodelle oder ein betriebliches Gesundheitsmanagement.

Die Hochschule Bochum

  • Rund 7.000 Studierende sind derzeit an der Hochschule für angewandte Wissenschaften eingeschrieben.

Die Hochschule Bochum

  • Die sechs Fachbereiche bieten rund 40 Bachelor- und Masterstudiengänge an.

Die Hochschule Bochum

  • Rund 500 Beschäftigte hat die Hochschule, davon ca. 300 im Bereich Forschung und Lehre.

Die Hochschule Bochum

  • Die Hochschule hatte 2013 Einnahmen in Höhe von 56,7 Millionen Euro, davon entfielen 3,25 Millionen Euro auf Drittmittelprojekte.

Innerhalb der Leitlinien haben diese Elemente gleich mehrere Funktionen. Zum einen kommunizieren sie klar die Position der Hochschule. "Wir signalisieren unseren Beschäftigten, dass ihr Interesse an einem stabilen und motivierenden Arbeitsplatz willkommen ist", so Christina Reinhardt. Zum Zweiten schaffen strukturierte Mitarbeitergespräche, Seminare oder Coachings den Raum, über diese Interessen zu verhandeln. Zum Dritten sind Weiterbildung, flexible Arbeitsmodelle oder Gesundheitsmanagement konkrete Instrumente, diese Interessen innerhalb der Hochschule zu verwirklichen.

Die Kanzlerin geht davon aus, dass lediglich zu einigen Details des Rahmenvertrages weitere Verhandlungen innerhalb der Hochschule nötig sein werden. Eventuell müssten Gründe für befristete Arbeitsverträge verbindlicher geregelt werden, als das derzeit der Fall ist. Rund 54 der 150 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben gegenwärtig einen Vertrag auf Zeit. "Bisher haben wir dabei eher auf individuelle Arrangements gesetzt, um sowohl das Interesse der Beschäftigten an einem stabilen Arbeitsplatz zu berücksichtigen, als auch die Notwendigkeiten, die sich aus der begrenzten Laufzeit von Drittmittelprojekten ergeben", so die Kanzlerin.

Grundsätzlich jedoch ist die Unterschrift der Hochschule Bochum unter dem Rahmenvertrag ein einstimmiger Beschluss aller Gremien und Organe. Christina Reinhardt: "Über den Rahmenkodex haben wir lange verhandelt. Ich denke, dass am Ende alle wichtigen Interessen berücksichtigt sind."

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