Aachener Nachrichten: Drei Fragen an... Svenja Schulze

12. September 2014: "Hochschulen sind keine Unternehmen"

Das Hochschulzukunftsgesetz (HZG) ist beschlossen, was ist die wichtigste Verbesserung für die Studierenden in NRW?

Schulze: Der Studienerfolg wird künftig zum herausragenden Thema an den Hochschulen. Wir wollen möglichst alle Talente heben, daran werden sich künftig die Hochschulen messen lassen müssen. Im Sinne eines erfolgreichen Studiums ein paar Stichworte, die für Verbesserungen durch das Gesetz stehen: Abbau von Hürden beim Hochschulzugang, mehr Flexibilität, Teilzeitstudium, individuelle Regelstudienzeit, einfacherer Übergang vom Bachelor zum Master, bessere Anerkennung von Prüfungsleistungen und Abschlüssen, strukturierte Studieneingangsphase, verbindliche Studienberatung.

Wie profitieren die Universitäten vom  HZG?

Schulze: Durch bessere Mitbestimmung und Demokratie werden die Hochschulen stärker. Studierende und Beschäftige werden künftig stärker beteiligt. Gute Arbeitsbedingungen helfen allen. Gestärkt wird auch der Senat als das demokratisch am stärksten legitimierte Organ. Wir ermöglichen dort Gruppenparität und lassen Raum für individuelle Lösungen. Entlastet wird der Hochschulrat, etwa von seiner Funktion als Oberste Dienstbehörde. Es gibt zahlreiche weitere Verbesserungen, zum Beispiel für Schwerbehinderte. Insgesamt schaffen wir eine modernere Organisationsstruktur im Wissen, dass Hochschulen ja nun mal keine Unternehmen sind.

Welche Lehre ziehen Sie selbst aus dem nicht immer konfliktfreien Entwicklungsprozess des HZG?

Schulze: Die Zukunft der Hochschulen ist jede Auseinandersetzung und Anstrengung wert.  Manchmal hätte ich mir allerdings bei den Kritikern etwas weniger Weltuntergangsstimmung gewünscht. (tka)