Die Glocke: Studierende fühlen sich in Strukturen vor

11. Mai 2013

Das Abitur in acht, den Bachelor in drei Jahren – jungen Erwachsenen wird viel abverlangt. Das Risiko, dass sie deswegen schon ausgebrannt ins Berufsleben starten, sieht NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) nicht. "Umfragen haben ergeben, dass der überwiegende Teil der Studierenden mit der festen Struktur zufrieden ist", sagte die Politikerin im "Glocke"-Redaktionsgespräch.

Die Ansprüche der Studierenden hätten sich geändert. "Früher war es eher eine ,Ich-schau-mal‘-Mentalität. Heute wollen die Studierenden strukturiert durchstarten. Auslandsaufenthalte und Praktika sind beispielsweise in vielen Studiengängen fest vorgesehen", berichtete die Ministerin weiter. Der Numerus clausus verschreckt viele Studienbewerber. "Das muss er nicht", sagte Schulze. Die Zulassungsbeschränkung sei ein Instrument, um sowohl die Qualität der Studiengänge zu halten als auch die Studierenden gleichmäßig auf die Hochschulen zu verteilen. Svenja Schulze rät Studienbewerbern, sich möglichst flexibel zu bewerben, was den Hochschulort angeht. "Ich bin zuversichtlich,
dass jeder Studienbewerber auch einen Platz bekommt."

Das Interview führte Julia Geppert.