Ministerin Schulze setzt Hochschultour an der FH Köln fort

ProfiL² definiert das Studium neu

Das Bild zeigt Wissenschaftsministerin Schulze im Gespräch mit Studierenden der FH Köln.
Interdiziplinäre Module, Projektarbeit und Lehrende als Coaches: ProfiL², das Programm für gute Lehre an der FH Köln, soll die Zahl der Studienabbrüche halbieren. Wissenschaftsministerin Svenja Schulze ließ sich auf ihrer Hochschultour 2014 die ersten Erfolge erläutern. (Copyright: Tilo Schmülgen/FH Köln)

Etwa jeder fünfte Studierende in den Bachelor-Fächern der Fachhochschule Köln gibt derzeit das Studium vor dem Abschluss auf. Das liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt – die FH möchte diese Zahl dennoch mindestens halbieren. Dafür hat die Hochschule das Programm „ProfiL²“ ins Leben gerufen, das zu den bundesweit besten Projekten für gute Lehre gehört.

Im Rahmen ihrer Hochschultour „Erfolgreich studieren“ wollte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze am 27. Oktober 2014 wissen, wo sich erste Erfolge zeigen – und ob sich andere Hochschulen von Profil² etwas abschauen können. "From teaching to learning" – das ist das Prinzip von ProfiL². Die Studierenden sollten an der FH Köln die Konstrukteure ihres eigenen Bildungsprozesses sein. Dafür strukturiert die Hochschule – gefördert  über das Bund-Länder-Programm "Qualitätspakt Lehre" – ihr Lehrangebot neu:

  • Neuer Semesterablauf, konkrete Lernziele: Jedes Semester besteht künftig in allen Studiengängen aus zwei Studienblöcken von je sechs  Wochen – mit einer einwöchigen Pause, die den Studierenden für individuelles Selbststudium oder Projektarbeit zur Verfügung steht. Für alle Studienblöcke gibt es klare Lernziele, denen sich die Studierenden aus mehreren Richtungen nähern. Die Lehre ist interdisziplinär aufgebaut und wird im Team Teaching durchgeführt. Neu sind Lehrformate wie "Inverted Classroom": Screencasts, Skripte und Lernvideos ersetzen die Vorlesung; Fachtutoren und ein Online-Forum begleiten den Lernprozess.
  • Deutlich mehr Projektarbeit: Mindestens 30 der 180 Leistungspunkte im Bachelorstudium entfallen künftig auf Projektarbeit, bevorzugt in gemischten Teams. Die Studierenden erleben, wofür sie sich durch den theoretischen Teil des Stoffes arbeiten – und was im Berufsalltag auf sie wartet. Zwei größere Projektarbeiten sind fachübergreifend ausgerichtet und haben möglichst viel internationalen Bezug.
  • Neue Rolle für Studierende und Lehrende: ProfiL² bricht auch mit dem bisherigen Verständnis von Lehrenden und Studierenden. Das Programm nimmt die Studierenden selbst in die Verantwortung für ihren Lernprozess. Das Lehrpersonal übernimmt die Rolle von Coaches: Dozentinnen und Dozenten zeigen den Studierenden, wie sie sich Fachwissen selbst erschließen und im Rahmen ihrer Projekte anwenden. Tutorinnen und Tutoren sowie Mentorinnen und Mentoren beraten die Studierenden darüber hinaus zu Fragen der Studienorganisation, Lernformen und Selbstregulierung. Auf ihre neue Rolle werden die Lehrenden mit Workshops zu problembasierten und forschenden Lernkonzepten sowie Diversity-Trainings vorbereitet.

Die ersten Erfolge von ProfiL² sind bereits sichtbar. Studierende, die bereits in der neuen Form lernen, fühlen sich dadurch deutlich besser unterstützt und auf das Berufsleben vorbereitet. Entgegen kommt ihnen auch, dass nun mehr Freiheit haben, ihr Studium flexibel zu organisieren – und gegebenenfalls auch mit Kindern, einer Berufstätigkeit oder anderen Verpflichtungen zu vereinbaren.

Das Fazit von Wissenschaftsministerin Svenja Schulze: "Die Lehre an FH Köln ist problemorientiert, motivierend und stellt die Studierenden in den Mittelpunkt. ProfiL² füllt die Leitlinie 'Erfolgreich studieren' mit Leben."