Geschlechtergerechte Hochschule bleibt Ziel der Politik - Akademische Karrieren verlaufen weiter ungleich

Gender-Report 2013: Studie zur Gleichstellung auf dem Campus erschienen

13.01.14

Auf allen Qualifikationsstufen des Hochschul- und Wissenschaftsbe­reichs sind seit 2010 mehr Frauen als vorher beschäftigt. Eine ge­schlechtergerechte Hochschullandschaft gibt es aber immer noch nicht. Das ist das Ergebnis des soeben erschienenen Gender-Reports 2013. "Die Studie hilft uns dabei, bei der Gleichstellung weiter voranzugehen. Auch um unserem Anspruch nachzukommen, wollen wir dieses wichtige Thema im Hochschulzukunftsgesetz berücksichtigen", sagte Wissen­schaftsministerin Svenja Schulze.

Der Gender-Report 2013 bietet detaillierte Analysen zu Hochschulent­wicklungen, Gleichstellungspraktiken und Wissenschaftskarrieren und spricht Empfehlungen aus. Während bei den Studierenden die Ge­schlechterparität mittlerweile nahezu erreicht ist, sind gerade einmal 20 Prozent aller Professuren mit einer Frau besetzt. (Zum Vergleich: Im Gender-Report 2010 waren es rund 16 Prozent.) Besonders deutlich wird das Missverhältnis in der Medizin: Der Frauenanteil beträgt bei den Studierenden 64 Prozent, bei den Professuren dagegen nur 17 Prozent.

Der diesjährige Schwerpunkt des Gender-Reports liegt auf geschlech­terdifferenten Erfahrungen mit Bewerbungs- und Berufungsverfahren. Eine Online-Befragung von 1.700 Hochschullehrerinnen und Hochschu­llehrern zeigt, dass die Berufungsverfahren von gut drei Viertel der Pro­fessoren als anerkennend und wertschätzend empfunden wurden, aber nur von gut der Hälfte der Professorinnen. Dr. Beate Kortendiek, die Koordinatorin des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung NRW, die den Gender-Report 2013 mit ihren Mitarbeiterinnen erarbeitet hat, weist darauf hin, dass "geschlechtsdifferenzierte Daten und Analysen nicht nur Strukturen sichtbar machen, sondern auch dazu beitragen, diese nachhaltig zu verändern."

Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW

Das Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW ist ein vom Wissen­schaftsministerium des Landes unterstützter Zusammenschluss von derzeit 260 Wis­senschaftlerinnen an NRW-Hochschulen. Die Koordinierungsstelle hat ihren Sitz an der Universität Duisburg-Essen. Ansprechpartnerin ist Dr. Beate Kortendiek. Die unab­hängige wissenschaftliche Studie wurde von den Autorinnen Beate Kortendiek, Meike Hilgemann, Jennifer Niegel und Ulla Hendrix verfasst. Den Gender-Report finden Sie unter www.genderreport-hochschulen.nrw.de.