Unterstützung von Flüchtlingen: Landesregierung und Hochschulen in NRW unterzeichnen Memorandum

"Bildung und Forschung kennen keine Grenzen"

07.12.14

Landesregierung und Hochschulen in Nordrhein-Westfalen wollen die Menschen unterstützen, die aus ihren Heimatländern vor Krieg und Verfolgung fliehen mussten. Nach dem Leitbild der offenen Hochschulen haben die Hochschulen und das Land daher in einem Memorandum Maßnahmen zur Hilfe und Unterstützung formuliert. Diese sollen dazu beitragen, dass Flüchtlinge auch hier studieren können und ihnen Möglichkeiten zu Fort- und Weiterbildung angeboten werden. Das Memorandum unterzeichneten die Vorsitzenden der Landesrektorenkonferenzen Prof. Dr. Ursula Gather (Universitäten) und Prof. Dr. Martin Sternberg (Fachhochschulen) sowie Wissenschaftsministerin Svenja Schulze.

Das Memorandum im Wortlaut:

Die Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen und die Landesregierung sehen mit großer Sorge und Betroffenheit, wie zahllose Kriege und Bürgerkriege immer mehr Menschen dazu zwingen, ihre Heimatländer zu verlassen.

Wir begrüßen daher, dass die Bundesrepublik Deutschland bereit ist, mehr Flüchtlingen bei uns Schutz zu bieten. Die Hochschulen als integraler Bestandteil der Gesellschaft wollen dabei ihre Möglichkeiten zu einer Willkommenskultur nutzen. Gerade auf kommunaler Ebene können sie auf vielfältige Erfahrungen durch das Engagement verschiedenster gesellschaftlicher Gruppen zurückgreifen.

Bildung und Forschung kennen keine Grenzen. Deshalb ist das Leitbild der offenen Hochschule für uns in NRW schon lange gelebte Praxis und vom DAAD auch kürzlich gewürdigt worden. Wir wollen unsere guten Erfahrungen mit internationalen Studierenden und Lehrenden daher nutzen und einbringen. Fast jeder neunte Studierende bei uns hat einen ausländischen Pass; Hochschulen und Land begreifen dies als Chance. Diese Chance soll auch Flüchtlingen offenstehen.

Wir sehen uns daher verpflichtet,

  • studierwillige Flüchtlinge aus Krisengebieten bei der Aufnahme eines Studiums in besonderer Weise zu unterstützen und
  1. ihnen aktiv zu helfen, die formalen Voraussetzungen zur Aufnahme eines Studiums zu bewältigen,
  2. in schwierigen Fällen gemeinsam nach tragbaren Lösungen zu suchen,
  3. sie bei der Wohnungssuche und der Beantragung von finanzieller Hilfe zu unterstützen,
  • sie, wenn sie bereits ein Studium absolviert haben, bei der Anerkennung ihrer Abschlüsse zu beraten, ihnen Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung aufzuzeigen und
  • durch geeignete Informationen in den Hochschulen dafür zu sorgen, dass die Probleme von Flüchtlingen ins Bewusstsein gerückt werden, um ihre Integration in die Hochschule zu fördern.