Wissenschaftsministerin Schulze: PIKSL-Labor ist das Beispiel für soziale Innovation

PIKSL-Labor in Düsseldorf als „Ort des Fortschritts“ ausgezeichnet

19.12.12

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze hat heute im Rahmen der Forschungsstrategie Fortschritt NRW das "PIKSL-Labor" in Düsseldorf als Ort des Fortschritts ausgezeichnet. Das Projekt PIKSL der "ln der Gemeinde leben gGmbH (IGL)" verfolgt das Ziel, moderne Information- und Kommunikationstechnologie für Menschen mit geistiger Behinderung zugänglich zu machen und weiter zu entwickeln. "Es geht darum, Menschen mit Handicaps selbstbestimmtes Handeln zu ermöglichen", betonte Ministerin Schulze bei der Verleihung. "Menschen mit Behinderungen sind Expertinnen und Experten beim Abbau technischer Komplexität. Und sie können auch dazu beitragen, die Barrieren für andere abzubauen."

Als Pilotprojekt wird PIKSL maßgeblich durch die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW gefördert. Die sozialwissenschaftliche Begleitung erfolgt durch die Universität Siegen. Darüber hinaus unterhält PIKSL zahlreiche gemeinsame Entwicklungsprojekte mit der Universität Duisburg-Essen, der Hochschule Rhein-Waal und der Folkwang-Universität der Künste. Prof. Dr. Christian Ressel (Hochschule Rhein-Waal) ist überzeugt, dass sich die Teilnahme am PIKSL-Projekt nicht nur aus Sicht der sozialen Verantwortung sondern auch langfristig lohnt: "Die Ergebnisse, die wir im PIKSL Projekt für eine bestimmte Benutzergruppe gewinnen können, lassen sich auch auf andere Einsatzgebiete übertragen. Bei der Betreuung der Menschen mit kognitiven Einschränkungen stehen wir heute schon vor ähnlichen Herausforderungen wie wir sie in ein paar Jahren für das Pflegesystem erwarten", betonte Ressel.

Ministerin Schulze bezeichnete PIKSL in seiner Form als "einmalig und ausgezeichnet". Das PIKSL-Labor ist das Beispiel für eine soziale Innovation im Sinne der Forschungsstrategie Fortschritt NRW: Es arbeitet integrativ an Entwicklungen, in deren Mittelpunkt die Menschen stehen. Aus der Arbeit von PIKSL ergeben sich unmittelbare, sicht- und fühlbare Verbesserungen. Es ist ein Ort des Fortschritts."

Hintergrundinformationen 

Das Projekt PIKSL der "ln der Gemeinde leben gGmbH (IGL)" verfolgt das Ziel, moderne Informations- und Kommunikationstechnologie für Menschen mit geistiger Behinderung zugänglich zu machen und weiter zu entwickeln: Dadurch soll die Teilhabe an der Gesellschaft erleichtert, die Abhängigkeit von professioneller Unterstützung reduziert und ein selbstbestimmteres Leben erreicht werden. Mit dieser Zielsetzung macht sich das PIKSL ganz konkret zur Aufgabe, die Anforderungen der UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen umzusetzen. Die wissenschaftliche Bedeutung des Projekts PIKSL liegt in der Qualität der interdisziplinären Forschungs- und Entwicklungsarbeit mit externen Partnern. Das Alleinstellungsmerkmal des Projekts spiegelt sich in der Arbeitsweise und dem Umgang mit Behinderung wider. Im PIKSL Labor arbeiten Menschen mit Handicap als Entwickler und als Referenzgruppe gleichberechtigt mit Experten aus Forschung und Wissenschaft an barrierearmen Lösungen im Bereich digitaler Kommunikations- und Informationstechnik. Diese inklusive Vorgehensweise steht dabei für einen neuen Umgang mit Behinderung: Der behinderte Mensch wird nicht als betreuungsbedürftig gesehen, sondern als kompetenter Partner im Abbau von Komplexität. Auf diese Weise zeigen Menschen mit Behinderung auch Nichtbehinderten im Umgang mit Technik neue Lösungswege auf. 

„Orte des Fortschritts“ sind Punkte in Nordrhein-Westfalen, an denen sich Fortschritt 'made in NRW' ablesen lässt. Mit der Auszeichnung als „Ort des Fortschritts“ wird der besondere Beitrag der Institution zu einem Fortschritt in NRW gewürdigt und sichtbar gemacht. Gleichzeitig wird deutlich, dass Nordrhein-Westfalen als Ort der Wissenschaft und Industrieland mit starken Regionen und einer lebendigen Kultur hervorragende Chancen hat, Fortschritt zu organisieren und zu gestalten. 

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