BAföG

Jedes junge Talent, das studieren kann und will, soll in NRW auch die Chancen dazu bekommen – unabhängig von seiner sozialen und wirtschaftlichen Situation. Das BAföG ist und bleibt dazu das wichtigste Instrument der Studienfinanzierung. Es wird zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsloses Darlehen gewährt. Zuständig sind die Studierendenwerke am jeweiligen Studienort.

Im Jahr 2014 haben sich Bund und Länder auf eine Reform des BAföG geeinigt. Die Änderungen treten in zwei Wellen – zu August 2015 und August 2016 – in Kraft.

Fördersätze und Freibeträge steigen

Wichtigstes Ergebnis der Reform: Ab dem 1. August 2016 haben auch in NRW mehr Studierende Anspruch auf Leistungen. Die Freibeträge für eigenes Einkommen, sowie das der Eltern oder Lebenspartner, steigen. Zudem erhöhen sich die Sätze für Grundbedarf, Wohnzuschuss, Kranken- und Pflegeversicherung sowie für eigene Kinder.

Bedarfssätze für Studierende, die nicht bei Ihren Eltern wohnen:

Bedarfssatz (monatlich) Bedarfssatz (monatlich) ab 01.08.2016
Maximalförderung 670 Euro 735 Euro
Grundbedarf 373 Euro 399 Euro
Bedarf für die Unterkunft 224 Euro 250 Euro
Krankenversicherungszuschlag 62 Euro 71 Euro
Pflegeversicherungszuschlag 11 Euro 15 Euro

Bedarfssätze für Studierende, die bei Ihren Eltern wohnen:

Bedarfssatz (monatlich) Bedarfssatz (monatlich) ab 01.08.2016
Grundbedarf 373 Euro 399 Euro
Bedarf für die Unterkunft 49 Euro 52 Euro
Krankenversicherungszuschlag 62 Euro 71 Euro
Pflegeversicherungszuschlag 11 Euro 15 Euro
Maximalförderung 495 Euro 537 Euro

Zusätzlich erhalten Studierende für jedes eigene Kind künftig 130 Euro – statt bisher maximal 113 Euro. 

Eine vollständige Übersicht über die Bedarfssätze und die Freibeträge finden Sie hier.

Weitere Änderungen ab August 2015:

  • Die BAföG-Reform erleichtert den Übergang in den Master: Ab August 2015 können auch Studierende Leistungen beantragen, die noch nicht ganz mit dem Bachelor fertig und deshalb nur vorläufig für den Master eingeschrieben sind.
  • Der Abschlag steigt: Können die Studierendenwerke Erstanträge oder Anträge nach einer Unterbrechung der Ausbildung, trotz Vorliegen aller erforderlichen Unterlagen nicht binnen sechs Wochen bearbeiten, erhalten Studierende ab dem August 2015 einen Abschlag von bis zu 80 Prozent der voraussichtlichen Leistung. Bisher beträgt der Abschlag maximal 360 Euro.

Weitere Änderungen ab August 2016:

  • Der BAföG-Anspruch endet später: Die Studierendenwerke zahlen BAföG bisher nur bis zur letzten Prüfungsleistung – ab August 2016 aber solange, bis das Prüfungsamt die Gesamtnote bekannt gegeben hat.  
  • Der Minijob bleibt anrechnungsfrei: Das Einkommen aus einem 450-Euro-Job wird ab August 2016 nicht mehr angerechnet. Bisher dürfen Studierende maximal 400 Euro hinzuverdienen.

Früher BAföG für ausländische Studierende

Darüber hinaus werden es auch ausländische Studierende aus Drittstaaten ab August 2016 leichter haben, ein Studium in NRW zu beginnen oder fortzusetzen: Mussten Inhaber humanitärer Aufenthaltstitel und Geduldete bislang einen Voraufenthalt in Deutschland von mindestens vier Jahren vorweisen, so reichen ab dem 1. August 2016 lediglich 15 Monate.

Was sonst noch wichtig ist:

Bei der Planung ihres Studiums und dem BAföG-Antrag sollten Studierende zudem folgendes beachten:

  • BAföG wird frühestens ab Antragstellung ausgezahlt. Am sichersten ist es daher, den Antrag sofort nach Zusage des Studienplatzes beim zuständigen Studierendenwerk einzureichen.
  • BAföG gibt es längstens für die Dauer der Regelstudienzeit. Danach kann die Förderung um maximal zwölf weitere Monate als Bankdarlehen gewährt werden.
  • Auch für ein Studium im Ausland kann BAföG beantragt werden – für ein vollständiges Studium bis zum berufsqualifizierenden Abschluss allerdings nur in der EU und in der Schweiz.
  • Die Rückzahlung des Darlehens beginnt in der Regel fünf Jahre nach Ende der Förderung und ist auf maximal 10.000 Euro begrenzt.

Das könnte Sie auch interessieren