Talentscouting

Erfolgreiches Projekt aus dem Revier wird auf ganz NRW ausgeweitet

Das Bild zeigt den Talenteförderer Suat Yilmaz in einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern, die er betreut.
Suat Yilmaz (m.) bekommt Verstärkung: Neben der Westfälischen Hochschule, die das Förderkonzept entwickelt hat, beteiligen sich inzwischen sechs weitere Hochschulen am Talentscouting-Projekt. Jetzt startet die zweite Förderrunde. (Foto: WFH)

Das Talentscouting-Programm der Landesregierung und der Westfälischen Hochschule wird auf ganz Nordrhein-Westfalen ausgeweitet. Neben der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen, die das Förderkonzept entwickelt hat, beteiligen sich bereits sechs weitere Hochschulen an dem Projekt:

  • Ruhr-Universität Bochum
  • Hochschule Bochum
  • Technische Universität Dortmund
  • Fachhochschule Dortmund
  • Universität Duisburg-Essen
  • Hochschule Ruhr West

Die sechs Ruhrgebietshochschulen haben sich über einen erstmals ausgeschriebenen Wettbewerb für das Talentscouting-Projekt qualifiziert. Jetzt startet die zweite Förderrunde für den Zeitraum 2017 bis 2020. Vier weitere Hochschulen haben die Chance, sich an dem erfolgreichen Projekt zu beteiligen. Jede Hochschule erhält bis zu 500.000 Euro pro Jahr.

NRW-Zentrum für Talentförderung unterstützt Hochschulen

Nach dem Vorbild des inzwischen bundesweit bekannten Talentscouts Suat Yilmaz sind inzwischen 30 Talentscouts an den Schulen im Ruhrgebiet unterwegs. Sie unterstützen talentierte Jugendliche aus Nichtakademikerfamilien auf dem Weg zu einem erfolgreichen Studium. 50 Gesamtschulen, Berufskollegs und Gymnasien sind mittlerweile Partner im Talentscouting.

Zentrale Servicestelle für die beteiligten Hochschulen wie auch Anlaufstelle für die Schulen ist das nordrhein-westfälische Zentrum für Talentförderung. Das Zentrum koordiniert die Arbeit der Talentscouts und hat ein einjähriges Qualifizierungsprogramm für neue Talentscouts entwickelt.

In Deutschland entscheiden oftmals nicht die Talente und Fähigkeiten über den Bildungsweg, sondern die familiären Hintergründe: Während 77 Prozent aller Akademikerkinder studieren, beträgt dieser Anteil bei Kindern aus Nichtakademikerfamilien nur 23 Prozent. Dies geht aus der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes (DSW) hervor. Wer in weniger privilegierten Verhältnissen aufwächst, hat oft wenig Vertrauen in die eigenen Stärken und glaubt trotz guter Noten nicht an vorhandene Chancen.