Sind Sie sicher?

Forscher diskutierten mit Bürgern über Sicherheit in der Gesellschaft

Das Bild zeigt einen Diskussionstisch mit Diskussionsteilnehmern bei der Veranstaltung "Sind Sie sicher?".
Bei "Sind Sie sicher?" im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Wissenschaft trifft... Sie!" diskutierten am 2. April Forscherinnen und Forscher mit Bürgerinnen und Bürgern. (Foto: Rainer Hotz)

Wird Deutschlands Sicherheit tatsächlich am Hindukusch verteidigt? Wie können wir unsere digitalen Daten vor Hacker-Angriffen und Missbrauch schützen? Und welche Maßnahmen sind nötig, damit es bei einer Großveranstaltung nicht zu einer Massenpanik kommt? Diese und andere Fragen standen gestern Abend im Zentrum der dritten Auflage von "Wissenschaft trifft… Sie!" im Quartier Bohème in der Düsseldorfer Altstadt. Ziel der Veranstaltungsreihe des NRW-Wissenschaftsministeriums ist es, Bürgerinnen und Bürgern aktuelle Forschungsthemen näherzubringen – im direkten Gespräch und ohne Fachchinesisch. Thema war diesmal "Sicherheit", bezogen sowohl aufs Individuum als auch auf die ganze Gesellschaft.

Dazu hatte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, die ebenfalls mitdiskutierte, drei Experten aus der Wissenschaft eingeladen:

"Ein Restrisiko bleibt immer"

Aus Bonn war der Politikwissenschaftler Prof. Conrad Schetter gekommen, der am dortigen International Center for Conversion (BICC) zu internationalen Konflikten und insbesondere zu Afghanistan forscht. Er vertrat an seinem Diskussionstisch die These, dass die Bundeswehr für ihren Einsatz am Hindukusch schlicht falsch ausgebildet worden sei. Die Politik entscheide ohnehin häufig zu schnell und aus der falschen Perspektive heraus über die Teilnahme an Auslandseinsätzen, ohne vorher ein Feingefühl für die Kultur und die Menschen im Land entwickelt zu haben. "Da fehlt einfach auch der Austausch zwischen Politik und Wissenschaft", bemängelte Schetter.

Feingefühl für bestimmte Situationen muss Sabine Funk bei ihrer Arbeit  entwickeln. Sie ist Geschäftsführerin der IBIT GmbH in Bonn und erstellt Sicherheitskonzepte für Großveranstaltungen, zum Beispiel Musikfestivals oder Jahrmärkte. Ein Restrisiko gebe es bei solchen Events leider immer, berichtete sie im Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern. Deshalb müssten die Besucherinnen und Besucher von Großveranstaltungen immer auch selbst einen Teil der Verantwortung übernehmen. "Mit der Love-Parade-Katastrophe ist die Sensibilität dafür auf jeden Fall gestiegen", so Funk.

Mit digitaler Sicherheit, oder besser gesagt: Unsicherheit, beschäftigt sich Prof. Thorsten Holz, der an der Ruhr-Universität Bochum im Studiengang IT-Sicherheit lehrt und zu Schadsoftware und aktuellen Angriffstrends forscht. Mit seinen Studierenden simuliert Holz regelmäßig sowohl Hacker-Angriffe als auch das richtige Abwehrverhalten darauf. Hundertprozentig sicher vor kriminellen Cyber-Attacken sei aber auch er als Experte nicht, verriet Holz den Gästen an seinem Tisch. "Unser E-Mail-Server an der Uni wurde auch schon mehrmals gehackt."

Nächste Veranstaltung am 8. September

Die nächste Veranstaltung aus der Reihe "Wissenschaft trifft… Sie!" findet am 8. September ebenfalls im Quartier Bohème in Düsseldorf statt. Das Gesprächsthema lautet dann "Soziale Innovationen". Exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diskutieren mit Gästen, wie neue Arten von Kommunikation und Zusammenarbeit aussehen könnten, und warum technische Lösungen allein nicht mehr genügen, um die Herausforderungen von morgen zu bewältigen.